Pawel Suchoi

Pawel Suchoi

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julianischer Kalender: 10.07.1895 - 15.09.1975
gregorianischer Kalender:  22.07.1895 - 25.12.1975



Geboren wurde er im Dorf Glubokoje, nahe der Stadt Vitebsk (Weißrußland).

In der Stadt Gomel besuchte er von 1905 bis 1914 das Gymnasium.

Nach dem Abschluß 1914 begann P.O. Suchoi ein Studium an der physikalisch-mathematischen Fakultät der Moskauer Universität.Bei der ersten Gelegenheit wechselte er an die Moskauer Kaiserlichen Höheren Technische Lehranstalt und besuchte die berühmten Vorlesungen von N.E. Schukowski über die Aeromechanik und leitete die studentische Interessenvertretung.

1916 wurde P.O. Suchoi in die Armee einberufen, wo er bis 1918 diente.

Von 1918 bis 1920 unterrichtete er Mathematik an der Eisenbahnschule und setzte danach sein Studium an der Moskauer Höheren Technischen Lehranstalt fort.

1924 wurde er Mitarbeiter des Zentralen Aero- und Hydrodynamischen Instituts (ZAGI), wo er in das Konstruktionsbüro für land- und seegestützte Flugzeuge und Versuchsflugzeugbau (AGOS) eintrat und bald darauf dessen Leiter, A.N. Tupolew, auffiel.

Nach Abschluß der technischen Universität Moskau im Jahre 1925, arbeitete er 14 Jahre als Konstrukteur, Schichtleiter und stellvertretender Chefkonstrukteur im Konstruktionsbüro Tupolew im Flugzeugwerk 'Nr.156'. Während dieser Zeit war er mit an der Entwicklung der Jagdflugzeuge I-4 (ANT-5), I-14 (ANT-31) und Flugzeuge die für ihre Rekorde bekannt wurden, wie die ANT-25 und die ANT-37bis (DB-2) 'Rodina' beteiligt. Er beteiligte sich ebenfalls an der Konkurrenzentwicklung eines universellen Bodenangriffsflugzeuges vom Typ BB-1 (ANT-51), welches in den ersten Jahren des zweiten Weltkrieges zum Einsatz kam. Während dieser 14 Jahre verweilte er anderthalb Jahre in Deutschland und Italien.

Am 29. Juli 1939 wurde Pawel Suchoi zum Chefkonstrukteur des Flugzeugwerks 'Nr.135' in Charkow ernannt. Zu seinen Aufgaben gehörte der Aufbau der Massenproduktion des Bombers BB-1 (SU-2). Gleichzeitig wurde die Eigenständigkeit seines Büros offiziell anerkannt und somit das Konstruktionsbüro 'Suchoi' gegründet. Im Zeitraum 1940 bis 1949 war er Chefkonstrukteur mehrerer Flugzeugwerke in Moskau und Umgebung. Im Werk 'Nr.289' wurden durch sein Team die gepanzerten Bodenangriffsflugzeuge vom Typ SU-6, SU-8 und zwei Prototypen des Kampfjets I-155 (SU-1, SU-3) zum operieren mit hohen Geschwindigkeiten und in großen Höhen entwickelt. Für die Entwicklung der SU-6 wurde er 1943 mit dem 'Stalin Orden Erster Klasse' ausgezeichnet. 1944 begann er mit der Entwicklung eines Flugzeugs das mit einem Strahltriebwerk angetrieben werden sollte. Die SU-7 war zusätzlich mit einem Raketenbeschleuniger ausgestattet, der während des Fluges ein- bzw. ausgeschaltet werden konnte. 1946 hob die erste SU-9 vom Boden ab. Sie war mit zwei Triebwerken vom Typ RD-10 ausgestattet. Die modifizierte SU-11 erhielt dann als Triebwerke das Ljulka TR-1. Ende 1940 konnte die Entwicklung der Typen SU-15 und SU-17 beendet werden. Suchoi zählte sie zu den fortschrittlichsten Typen der damaligen Zeit, die auch Mach 1 erreichten. Die SU-17 war als erstes Überschallflugzeug der Welt mit einem Schleudersitz ausgestattet.

1948/49 entschied die damalige Regierung die Kürzung des Budgets für die Entwicklung militärischer Luftfahrt. Daraufhin wurde am 27. November 1949 das Suchoi Konstruktionsbüro geschlossen. Wieder als stellvertretender Chefkonstrukteur bei Tupolew, war er mit der Leitung der Tests der TU-14 beauftragt.

Nach dem Tod von Stalin am 14. Mai 1953, nahm er abermals die Arbeit als eigenständiges Konstruktionsbüro auf. Es trug die Bezeichnung OKB-1. Im Februar 1954 erfolgte die Umbenennung in OKB-51.

September 1953 wurde von zwei Projekten berichtet die sich mit veränderlichen bzw. deltaförmigen Tragflügelgeometrien und Geschwindigkeiten über 1800 km/h beschäftigten. Dafür bekam Suchoi den 'Leninorden' und wurde zum Generalkonstrukteur ernannt. Im Frühjahr 1956 erreichte eine mit AL-7F Triebwerken ausgestattete SU-7 eine Geschwindigkeit von 2070 km/h. Der Pilot war V.N. Machalin.

Experimentierjets wie die T-431 und T-405 (SU-9) stellten mehrere Weltrekorde auf. Aus der SU-9 ist die Weiterentwicklung SU-11 als Abfangjäger entstanden. Nach dem Abschluß des Mach 3 Projekts T-37 (T-3M) mit Turbojets vom Typ R-15B war die Erfordernis nach einer Weiterentwicklung der SU-11 vorhanden. Es entstand der neue Abfangjäger vom Typ T-58 (SU-15 'Flagon').

Der Experimentalbomber vom Typ T-4 ('100'), der für eine Geschwindigkeit von Mach 3 ausgelegt wurde, war mit einer Außenhaut aus Titan und hochstabilem Edelstahl ausgestattet. Zudem besaß er als erstes Flugzeug der Welt eine 'Fly-by-wire' Steuerung. 1970 gewann das Suchoi Konstruktionsbüro die Ausschreibung für ein weitreichendes überschallschnelles Aufklärungs-/Bombenflugzeuges (T-4MS; '200'). In Serienproduktion ist allerdings die TU-160 gegangen...

Ebenfalls in Serie gegangene Flugzeugtypen wie die SU-7B und die SU-17, der taktische Bomber vom Typ SU-24 und das Bodenangriffsflugzeug vom Typ SU-25 'Frogfoot', brachten der sowjetischen Luftfahrtindustrie hohes Ansehen.

Bevor er starb, wurde noch unter seiner Leitung mit der Entwicklung der SU-27 'Flanker' begonnen.


Er war von 1958-1974 Abgeordneter des obersten Sowjets der UdSSR, war jedoch nicht in der KPdSU. Suchoi besaß, im Gegensatz zu vielen anderen Konstrukteuren, keinen militärischen Dienstgrad.

Neben seinem Titel als Doktor der technischen Wissenschaften, wurde er mit dem 'Staatspreis' (1943, 1975), der 'Tupolew-Goldmedaille' (1975), 3 Leninorden, dem 'Orden der Oktoberrevolution', dem 'Rotbannerorden', dem 'Roten Stern' und verschiedenen Medaillen ausgezeichnet.

Abschließend kann man sagen, das die Entwicklungen von P.O. Suchoi mit zu den innovativsten Entwicklungen im Flugzeugbau zählen. Er war experimentierfreudig und wagte sich gern in neue Regionen des Flugzeugbaus vor. Dadurch setzte er Meilensteine im Flugzeugbau. Mit dem noch von ihm begonnenen Entwurf unter der Projektbezeichnung T-10, der heutigen Su-27 und deren Abkömmlinge, legte er den Grundstein für eines der leistungsfähigen Kampfflugzeuge der heutigen Zeit.



Arbeitsorte seines Schaffens:

1930: Brigade 'Nr.4' (Tupolew)
1932: Brigade 'Nr.3' (Tupolew)
1936: Konstruktionsabteilung 'Nr.15' des Flugzeugwerks 'Nr.156'
1939: Konstruktionsbüro im Flugzeugwerk 'Nr.135' in Charkow
1940: Konstruktionsbüro im Flugzeugwerk 'Nr.289'
1945-1949:  Konstruktionsbüro im Flugzeugwerk 'Nr.134'
1952: OKB-1
1954: OKB-51
1965: MMZ Kulon
1975: 'Suchoi Konstruktionsbüro'

Gelesen 4929 mal Letzte Änderung am Dienstag, 04 Juni 2013 17:41
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